Jun 03 2010

razzle dazzle

Published by peter under Allgemein

auf der rückwand der kunsthalle basel (neben der elisabethenkirche) entsteht eine arbeit des künstlers fabio marco pirovino

so sah es vor etwa zwei wochen aus …

und so vor zwei tagen.

einweihung ist am samstag den 12. juni um 16 uhr. anschliessend gibts apéro mit grill!

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Mai 27 2010

Hinhören!

Published by karen under Allgemein,In den Museen


Foto Bettina Matthiessen

Zur aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Basel haben Jugendliche einen Audioguide kreiert. Eine erfrischende Erfahrung.

«Laaaangweilig!» Unüberhörbar ist der Zwischenruf, der aus dem Kopfhörer schallt. Gerade eben hatte eine Stimme damit begonnen, dem Zuhörer die Geschichte der Kunsthalle Basel einzuflüstern, untermalt von klassischen Klängen, als die zweite Stimme rüde unterbricht: «Wer will das denn hören?» Wer die Kunsthalle einst gründete, kann man in einem Buch nachlesen, wenn man es denn unbedingt wissen will. Stattdessen soll man nun die letzten Stufen zum Oberlichtsaal in Angriff nehmen und sich der Ausstellung «Interpretation» von Lili Reynaud Dewar widmen, befiehlt die Stimme. Und damit wird Johann Sebastian Bach gegen Sun Ra und seinen Free Jazz getauscht, mit denen sich Lili Reynaud Dewar befasst. Die Stimmen, die von einem orangefarbenen iPod durchs Kabel auf den Kopfhörer und weiter ins Ohr geleitet werden, gehören einer Schülerin und einem Schüler der Klasse 2e der Fachmaturitätsschule Basel. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden haben sie einen Audioguide zur Ausstellung von Lili Reynaud Dewar erarbeitet. Die Idee zum Projekt «lautstark» stammt vom Vermittlungsteam der Kunsthalle. «Wir arbeiten immer zielpublikumsgerichtet», sagt Teamleiterin Valerie Bosshard. «Hier ging es uns darum, dass die Jugendlichen selber zu Vermittlern werden.» Einen Monat lang hat sich die Klasse intensiv mit der Ausstellung und der Künstlerin auseinandergesetzt und mithilfe der Medienfalle Basel die Audioführung realisiert. Auch für Klassenlehrer Tobias Erhardt war dies eine besondere Erfahrung: «Für die Schüler war es toll, einmal etwas ?Echtes?, Handfestes zu erarbeiten – etwas, das auch ein Publikum ausserhalb der Schule erhält.»

Die Arbeit geschah hauptsächlich in Gruppenarbeiten. «Schwierig war es dann, einen roten Faden zu finden», erzählt Erhardt. Die Schüler und Schülerinnen hätten die Akzente jeweils auf jene Aspekte gelegt, die sie am meisten interessierten: Bei den Modeinteressierten waren das etwa die in der Ausstellung präsenten Stoffe, bei den Musikliebhabern der Free Jazz. Die Klasse fand für den Audioguide schliesslich die geeignete Form des Dialogs: Zwei jugendliche Besucher treffen sich in der Kunsthalle, sehen sich die Ausstellung gemeinsam an und diskutieren über die einzelnen Themenbereiche.

Über den Audioguide lauschen wir nun diesem rund 20-minütigen Gespräch, das hörbar von Jugendlichen geführt wird – und damit erfrischend anders daherkommt. Wann sonst wird bei einem Audioguide ein Künstler mit den Worten «Ist echt ein Freak!» eingeführt?

› Kunsthalle Basel, bis 6. Juni. Teil 2 des Projekts «lautstark» wird im Museum für Gegenwartskunst zur Ausstellung «Rodney Graham» (ab 13.6.) entstehen.

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Sep 23 2009

Strichmännchen

Published by karen under In den Museen

knorr
Daniel Knorrs Vater hat seine eigene Theorie, weshalb sein Sohn Künstler werden wollte. «Er sagte mir, ich wolle ja nur spät aufstehen können», sagt Knorr mit einem Schmunzeln. Der 41-jährige Künstler, den wir beim Aufbau seiner Ausstellung in der Kunsthalle treffen können, sieht übermüdet aus. «Kunst zu schaffen, ist harte Arbeit», sagt Knorr. Zwei Tage vor Ausstellungsbeginn laufen die Strichmännchen auf einer 30 Meter langen LED-Wand noch, wie sie sollten: Statt parallel zu den Besuchern, laufen sie kreuz und quer. In einem anderen Raum stapeln sich Glasscherben, aus denen Brillen werden sollen. An Schlaf ist vorerst nicht zu denken.

Knorr begann seine künstlerische Laufbahn in der Bildhauerklasse der Kunstakademie in München. Nach einem Aufenthalt in New York landete der aus Bukarest stammende Rumäne in Berlin, wo er seit zehn Jahren lebt und arbeitet – die Wohnung in Berlin Mitte, das Studio in Kreuzberg. Er erzählt, wie sich auf den Gehsteigen und Strassen vor seiner Haustür die Überreste zerbrochener Flaschen häuften. Was eine Plage für den Velofahrer ist, wird zu einer Inspirationsquelle für den Künstler. Knorr fertigte aus dem Abfall eigenwillige Brillen für sein Werk «Scherben bringen Glück». Er erklärt: «Brillen sollen den Blick schärfen. Meine Modelle sind untragbar und somit ihrer Funktion beraubt. » Mehr noch, mit ihren scharfen Kanten könnten sie den Träger gar verletzen.

Dabei kreist Knorrs Schaffen genau darum – um das Sehen, um Sichtweisen, um Wahrnehmung. «Ich will sehen, was uns ausmacht, was individuelle und soziale Identität bedeutet. Dazu versuche ich, die kollektive Wahrnehmung in einem handfesten Werk zu materialisieren. Das Resultat darf gerne auch provokativ sein.» Knorr hat schon Kinderzeichnungen aus Kokain gefertigt oder historischen Skulpturen im öffentlichen Raum schwarze Räubermasken übergestülpt – bis die Polizei die Masken herunternahm.

Nun hat Knorr den Grundriss der Kunsthalle Basel so umfunktioniert, dass sich die Umrisse einer Pistole ergeben. Dieses Bild wird auf Monitoren in allen Räumen der Kunsthalle gezeigt. Die Aussage? «Kultur kann als Repräsentationsmittel einer Gesellschaft auch als Waffe dienen», lautet der Kommentar des Künstlers. Auf den Monitoren bewegen sich die Besucher, die am Eingang mittels Lasergerät gezählt werden, als rote Punkte – sie werden zu Projektilen, die das Gesehene in die Welt hinaustragen, wo es seine Wirkung entfalten kann.

Die Monitore werden später an anderen Orten in anderen Städten aufgehängt. «Es ist Teil meines künstlerischen Konzeptes, dass Arbeiten aus ihrem örtlichen Kontext herausgetragen werden», sagt Knorr. «Durch diesen Austausch von Informationen wird das System der Interaktion erkennbar gemacht und aufrechterhalten.» Diese Form der elektronischen Kommunikation überträgt Knorr auch auf sein eigenes Leben. Ein LED-Lichtsignal in der Wandmitte eines Raumes der Kunsthalle leuchtet in jenen Stunden, in denen der Künstler wach ist. Wenn er schläft, knipst er es aus der Ferne aus. Im Moment strahlt es wohl öfter, als ihm lieb ist – und straft so die Theorie seines Vaters Lügen. (kng, BaZ vom 19.9.2009, Foto Margrit Müller)

›Kunsthalle Basel, Steinenberg 7. Bis 15. November. Di–Fr 11–17, Sa, So 11–17 Uhr.

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Aug 21 2009

schattenwurf an der kunsthalle

Published by karen under In den Museen,Stadtleben

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Edit Oderbolz hat an der Kunsthallen-Rückwand ganze Arbeit geleistet. Ihre Arbeit “Am Haus Lesen” finden wir wunderschön. Poetisch das Spiel zwischen Gitterstäben und Schattenwurf. Idealerweise betrachtet man das Ganze deshalb bei Sonnenschein, abends am besten, dann ist das Licht so schön. Oderbolz lehne ihre Arbeit an jene Gitter an, die als Schutz oder Sicherheitsmassnahme vor Fenstern und Türen angebracht werden. Tücher kennzeichnen die Präsenz des Menschen. Wer mehr darüber lesen will, findet hier (offizielle Version) was oder in der BaZ vom 20. August. Zu sehen ist das Werk bis Ende März 2010.

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